Impressum
spacer
HOME
INHALTTRAILERGALERIEÜBER DEN FILMGUSTAV KLIMTCREDITSBESETZUNGBÜCHERPRESSEKONTAKT UND INFOS
     
Credits
Regie und Drehbuch: Raośl RUIZ
Kamera: Ricardo ARONOVICH
Produzent: Dieter POCHLATKO
  Geboren 1941 in Chile. Lebt in Frankreich.

FILMOGRAFIE (AUSWAHL)

Le livre à rendre 2006
Klimt 2006
Le domaine perdu 2005
Responso 2005
Díaz de campo 2004
Vertige de la page blanche 2003
Tot unter Lebenden 2003
Ce jour-là 2003
Les âmes fortes 2001
Combat d'amour en songe 2000
Fils de deux mères ou comédie de l'innocence 2000
Die wiedergefundene Zeit 1999
L' inconnu de Strasbourg 1998
Shattered Image 1998
Généalogies d'un crime 1996
Trois vies et une seule mort 1996
Elle 1995
À propos de Nice, la suite 1995
Fado majeur et mineur 1994
Il viaggio clandestino: vite di santi e peccatori 1994
Brise-Glace 1987
Erinnerung an die Erscheinungen 1986
L' éveillé du pont de l'Alma 1985
L' hypothèse du tableau volé 1979
Dora et la lanterne magique 1978
Die Enteignung 1972
Très tristes tigres 1968
Mensch verstreut und die Welt verkehrt 1967

AUSZEICHNUNGEN (AUSWAHL)

47. Internationale Filmfestspiele in Berlin 1997, Silberner Bär für einen herausragenden Beitrag zur Filmkunst

INTERVIEW

Jeder ist sich selbst am fernsten.  RAOÚL RUIZ über fließende Bilder und seine Liebe zu Schnitzler, Roth und Polgar.

Sie haben gesagt, dass die Komposition ihres Filmes einem Walzer gleicht. Können Sie das näher erklären?

RAOÚL RUIZ: Damit meine ich nur die Struktur des Films, sicher nicht die Musik. Außerdem bezog ich mich auf La Valse von Ravel. Das ist gar kein richtiger Walzer, sondern wie Ravel selbst sagt, das Porträt, die Fotografie eines Walzers. Wenn ich filme, arbeite ich ähnlich. Ich suche Bilder, die sehr genau eine bestimmte Zeit abbilden, aber gleichzeitig so fließend sind wie nur möglich. Mein Film ist pure Bewegung. Aber ich verwende keine Walzer. Das wäre eine billige Idee gewesen. Das einzige Element, das in KLIMT pausenlos Walzer tanzt, ist die Kamera.

Auch das Drehbuch ist dauernd in Bewegung. Zum Beispiel die Figur des Sekretärs, der auf- und abtaucht, das Geschehen aufhält, es aber auch wieder vorantreibt.

RAOÚL RUIZ: Der Sekretär, gespielt von Stephen Dillane, ist eine Allegorie, ein Symbol für die Staatsmacht in all ihren Facetten. Er verkörpert diese spezielle Form von Beamten, die in jedem Ministerium an jeder Stelle arbeiten könnte und überall kompetent und inkompetent zugleich wäre.

Sie haben von Arthur Schnitzler als einen ihrer Einflüsse gesprochen.

RAOÚL RUIZ: Ich bin Chilene. Wir lieben die Imitation, nur aus der Parodie heraus können wir eigenständige Werke schaffen. Wenn ich an einem Film arbeite, schreibe ich zu jeder Figur eine oder mehrere Kurzgeschichte im Stil berühmter Autoren. Balzac und Stendhal kann ich sehr gut imitieren, bei KLIMT habe ich mich an Schnitzler gehalten, aber auch Joseph Roth und Alfred Polgar waren wichtige Einflüsse. Diese Geschichten sollen den Schauspielern helfen, in ihre Rollen zu finden.

Wäre dieser Film ohne John Malkovich möglich gewesen?

RAOÚL RUIZ:
John Malkovich ist ein intelligenter Schauspieler, der auf sein Gespür vertraut und sein Handwerk perfekt beherrscht. Um ihm die Rolle von Klimt zu beschreiben, habe ich ein Zitat von Alfred Polgar verwendet, wonach jeder Mensch sich selbst am fernsten ist. Malkovich versteht solche Sätze. Das macht seine Qualität aus. Als wir zum ersten Mal über den Film sprachen, meinte er, er würde nur interessiert sein, wenn es keine Biografie wird. "Ich mache keine Biografien!" Das war ihm ein Anliegen. So wie andere Schauspieler sagen: "Ich nehme keine Drogen!"
 
spacer
spacer