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| Emilie Flöge, 1909 |
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| Fakultätsbild, Medizin |
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Gustav Klimt wird am 14. Juli 1862 in Baumgarten, einem Vorort von Wien, geboren. Sein Vater, ein böhmischer Immigrant, ist nicht sehr erfolgreich in seinem Beruf als Ziseleur, die Familie lebt in Armut. Mit Hilfe eines Stipendiums besucht Klimt von 1876 bis 1883 die Kunstgewerbeschule in Wien. Noch während der Schulzeit erhalten Klimt, sein Bruder Ernst und ihr Mitschüler Franz Matsch die ersten Aufträge für Deckenmalereien in Wien, Karlsbad und Reichenberg.
1883 gründen die Brüder Klimt mit Franz Matsch die Künstlercompanie und beziehen ihr erstes Atelier. Auftragswerke werden für verschiedene Auftraggeber ausgeführt, und bestehen hauptsächlich aus Dekorationsmalerei für Theater, Museen und Kirchen.
1885: Arbeiten im Nationaltheater Bukarest, Deckengestaltung der Hermesvilla in Wien.
1886–1888: Arbeiten am Wiener Burgtheater, Franz Joseph I verleiht den Brüdern Klimt und Franz Matsch das goldene Verdienstkreuz für Kunst.
In den Jahren 1890–1900 entfernt sich Klimt von der traditionellen Malweise der Akademien. In diesen Jahren entstehen u.a. die Beiträge zu den Serien „Allegorien und Embleme", welche auch das Gemälde „Tragödie" beinhalten. Dieses Werk zeigt bereits Elemente zukünftiger Werke: Konzentrationen von Details, Goldfarbe, die weibliche Form, klassischer Symbolismus und abstrakte Bereiche.
1891 wird Klimt Mitglied der Genossenschaft Bildender Künstler Wiens. Im gleichen Jahr begegnet er Emilie Flöge, die seine platonische Lebensgefährtin wird. Daneben hat Klimt Beziehungen mit vielen seiner Modelle, zahlreiche Kinder gehen aus diesen Verbindungen hervor.
1892 stirbt Ernst Klimt. Gustav Klimt entfernt sich künstlerisch zunehmend von Franz Matsch und findet seinen eigenen Stil.
1894 erhalten Klimt und Franz Matsch jedoch gemeinsam den Auftrag zu monumentalen Deckengemälden der Aula Magna an der Wiener Universität. Die Arbeit an den Bildern „Jurisprudenz", „Philosophie" und „Medizin" zieht sich über mehrere Jahre.
1897 wird Klimt Mitbegründer und erster Präsident der Secession. Die Secession ist eine Künstlervereinigung, die die Freiheit der Künstler von staatlicher Einmischung fordert. Sie fördert die Veröffentlichung junger, unkonventioneller Künstler und den Import ausländischer Kunst nach Österreich. Die Secession sieht Architektur, Illustration, Textildesign, Möbeldesign, usw. als der Malerei gleichwertige Kunstformen an.
Klimt arbeitet auch an dem publizistischen Organ der Sezession, „Ver Sacrum".
In der Zeit von 1898 bis 1900 widmet sich Klimt intensiv der Arbeit für die Secession. In dieser Periode entwickelt er auch seine flächig-ornamentale Darstellungsform.
1900 erhält Klimt auf der Pariser Weltausstellung die goldenen Medaille für sein Werk „Philosophie". In Wien lehnt das Professorenkollegium der Universität 1901 die Fakultätsbilder als hässlich, pornographisch und dem Auftrag nicht entsprechend ab.
1902: Klimt schafft den Beethovenfries, der von der Wiener Presse polemisch abgehandelt wird. Am 7. Juni 1902 lernt Klimt Auguste Rodin kennen, einen großen Bewunderer Klimts.
1903: Reisen führen Klimt nach Ravenna, Venedig und Florenz.
1904 beginnt Klimt mit der Arbeit an dem Stoclet Fries, Auftragswerk für einen belgischen Industriellen in Brüssel. Die Arbeiten an diesem Fries dauern bis 1910 an.
1905 spalten unterschiedliche Meinungen die Secession. Klimt und einige andere Künstler verlassen die Secession und gründen eine neue Künstlervereinigung, die Kunstschau. Die Debatten über die Fakultätsbilder weiten sich zu einem öffentlichen Streit aus, Klimt verweigert die Übergabe der Werke an das Unterrichtsministerium.
Er erstattet das bereits gezahlte Honorar zurück.
1907 findet das erste Zusammentreffen zwischen Klimt und Egon Schiele statt. Klimt wird zu einem der wichtigsten Wegbegleiter Schieles.
1908 und 1909 widmet sich Klimt Arbeiten für die Kunstschau. Es finden zwei Ausstellungen statt.
1911 erhält Klimt auf der Internationalen Kunstausstellung in Rom den ersten Preis für sein Werk „Tod und Leben". Die Meinungen über sein Werk sind wie immer gespalten.
Er empfängt zahlreiche Ehrungen, erntet aber auch viel Kritik.
1916 nimmt Klimt zusammen mit Schiele, Oskar Kokoschka und Anton Feistauer an der Ausstellung des „Bundes Österreichischer Künstler" in der Berliner Secession teil.
1917 wird Klimt zum Ehrenmitglied der Akademien der Bildenden Künste in Wien und in München ernannt.
Am 6. Februar 1918 stirbt Klimt in Wien an den Folgen eines Schlaganfalls.
Ich habe niemals ein Selbstporträt gemalt. Ich interessiere mich weniger für mich selber als Thema für ein Bild, als ich mich für andere Leute interessiere, vor allem Frauen.
Aber andere Objekte interessieren mich noch mehr. Ich bin davon überzeugt, dass ich als Person nicht besonders interessant bin. Es gibt nichts Besonderes an mir. Ich bin ein Maler, der Tag für Tag von früh bis abends malt. Figuren und Landschaften, seltener auch Portraits.
Ich habe weder Begabung für das gesprochene Wort noch für das geschriebene Wort, besonders wenn ich etwas über mich selber oder über mein Werk sagen soll. Sogar das Schreiben eines einfachen Briefes erfüllt mich mit Angst und macht mich zittern, als würde ich seekrank. Aus diesem Grunde müssen die Leute ohne artistisches oder literarisches Selbstportrait auskommen. Und das sollte nicht bedauert werden.
Wer etwas über mich wissen will - als Künstler, die einzige nennenswerte Sache – sollte meine Bilder genau betrachten, und versuchen in ihnen zu sehen was ich bin und was ich tun will. |
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